Carl & Strups Welt

Der historische Zeitstrahl – Carl Stülpner und seine Zeit

Links die Lebenschronologie, rechts die Geschichte. Historischer Kontext trägt sein eigenes Datum, ohne den Hauptstrahl zu verschieben.

Carl Stülpner

Perspektive

Historischer Vorlauf

Carl Stülpner

1762 — 1832

Scharfenstein · Erzgebirge

17. Jahrhundert

Leben im Erzgebirge

Unter der Erde lag Silber, darüber war das Leben karg. Lange Winter, harte Arbeit und die Abhängigkeit von der Herrschaft bestimmten den Alltag vieler Familien. Der Berg, der Wald und das Handwerk gaben ihnen, was sie zum Leben brauchten.

Carl wird geboren.

30. September · Scharfenstein

In diesem Dorf fängt sein Leben an.

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Band 01

Bevor Carl geboren wurde.

Im Erzgebirge war da schon eine Menge passiert.

  1. Vor sehr langer Zeit

    Kälte formt das Land

    Vor sehr langer Zeit war es auch im Erzgebirge bitterkalt. Große Gletscher kamen bis in die Nähe des Erzgebirges. Frost, Wind und Wasser formten die Landschaft.

  2. 12. Jahrhundert

    Menschen kommen ins Erzgebirge

    Menschen kommen ins Erzgebirge. Sie roden Wald, bauen Häuser und gründen neue Dörfer.

  3. 1168

    Im Berg glänzt Silber

    Historisch belegt

    1168 wurde bei Christiansdorf, dem späteren Freiberg, Silber gefunden. Erz ist Gestein, aus dem man Metall gewinnen kann. Bergleute, Handwerker und Händler kamen in die Region.

  4. 1762

    Carl wird geboren

    Historisch belegt

    Carl wird in Scharfenstein geboren. Er ist das jüngste von acht Kindern. Sein Vater heißt Johann, seine Mutter Marie Sophie.

  5. 1762

    Die Husaren kommen

    Überliefert

    Man erzählt von schwarzen Husaren in der Stunde seiner Geburt. Carls Mutter zeigt ihnen den Weg nach Zschopau. Der kleine Carl bleibt in der verrauchten Stube zurück und bekommt kaum Luft.

  6. 1763

    Der Krieg endet

    1763 endet der Siebenjährige Krieg. Die schwarzen Husaren aus Carls Geburtsgeschichte gehören in diese Kriegszeit.

  7. 1769

    Ein Komet am Himmel

    In Carls Geschichte steht 1769 ein Komet am Himmel. Viele Menschen erschraken bei so einem Licht. Sie hielten es oft für ein schlechtes Zeichen.

Bandaustritt

Brücke zum nächsten Band

Die Preise steigen.

Getreide und Vorräte werden knapp. Die Teuerung zieht durch Sachsen und das Erzgebirge.

Die Not verschärft sich.

Teuerung und Hunger erreichen die Region deutlich. Carl ist ungefähr neun Jahre alt.

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Band 02

Wenn das Wetter nicht mehr mitspielt.

Carl erlebt Jahre, in denen fast alles schiefgeht. Zu viel Regen. Schnee zur falschen Zeit. Schlechte Ernten. Immer weniger Essen. Das geschieht nicht an einem einzigen Tag. Die Not wächst über Monate und Jahre.

  1. 1770

    Wenn das Wetter nicht mehr mitspielt

    Historisch belegt

    Im Erzgebirge beginnen Jahre, in denen das Wetter nicht mehr so mitspielt, wie die Menschen es brauchen. Im Januar blitzt und donnert es. Die Zschopau führt viel Wasser. Im März fällt Schnee, und die Wintersaat nimmt Schaden. Der Sommer bleibt nass. Die Ernte fällt schlecht aus.

  2. 1770

    Warum ist schlechtes Wetter so schlimm?

    Historisch belegt

    Heute kommt Essen aus vielen Regionen und Ländern. Damals lebten viele Familien unmittelbar von dem, was in ihrer Umgebung wuchs. Wenn Getreide nicht wuchs, fehlte Mehl. Ohne Mehl wurde Brot knapp. Wenn mehrere Ernten hintereinander schlecht waren, wurde aus schlechtem Wetter eine echte Gefahr. Getreide sind Pflanzen wie Roggen, Gerste oder Hafer. Aus ihren Körnern macht man unter anderem Mehl und Brei.

  3. 1770

    Wenn Brot plötzlich fast unbezahlbar wird

    Historisch belegt

    Brot war kein kleiner Snack. Für viele Menschen gehörte es zu den wichtigsten Lebensmitteln. Die Getreidepreise stiegen stark. Auch Brot wurde deutlich teurer. Ein höherer Brotpreis konnte für eine arme Familie bedeuten, dass das Geld nicht mehr für alle reichte.

  4. 1772

    Was isst man, wenn fast nichts mehr da ist?

    Historisch belegt

    Menschen suchten nach allem, was noch essbar war. Gras, Baumrinde und Wurzeln wurden zu Notnahrung. Das war keine besondere Speise. Es zeigt, wie groß die Not geworden war.

  5. 1772

    Warum verlassen Menschen ihre Heimat?

    Historisch belegt

    Wenn es zu Hause kaum noch Essen und Arbeit gibt, suchen Menschen anderswo nach einer Möglichkeit zu leben. Während der Hungerjahre verließen viele ihre Heimat. Familien konnten dabei auseinandergerissen werden.

  6. Im Buch

    Carl kann das Wetter nicht ändern

    Künstlerisch verdichtet

    Carl kann Regen, Schnee und Hunger nicht stoppen. Aber er kann sehen, wenn jemand Hilfe braucht. Genau darum geht es in vielen Szenen des Buches: nicht wegsehen. Die konkreten Begegnungen, Dialoge und Hilfsszenen des Kinderbuches sind erzählerisch gestaltet – nicht als einzelne historische Belege gemeint.

  7. Zum Schluss

    Was bleibt

    Manchmal kann man ein großes Problem nicht allein lösen. Aber man kann entscheiden, wie man mit anderen Menschen umgeht. Strups dazu: Helfen is besser als wegkieken … Wuff.

Bandaustritt

Brücke zum nächsten Band

Die Hungerjahre hinterlassen tiefe Spuren.

Die schlimmste Not beginnt nachzulassen. Doch viele Familien im Erzgebirge haben Angehörige, Besitz und ihre wirtschaftliche Sicherheit verloren.

Carl verliert seinen Vater.

Pietzonka hält es für sehr wahrscheinlich, dass Johann Christoph Stülpner während der Hungersnot starb.

Für Carl beginnt ein neuer Abschnitt.

Sein Weg führt nach Ehrenfriedersdorf.

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